Stimmen aus der Fachwelt

27.10.14 Fränkische Landeszeitung

 

Köl­ner Stadt-Anzeiger, 7.4.14

Wahre Meis­ter der Laut­malerei
Erftkreis-Zyklus II -  Zeitreise mit dem Gitar­ren­duo Gru­ber & Maklar

Da sie auf Ein­ladung des rühri­gen Hürther Musik­sem­i­nars bere­its zum drit­ten Mal mit dabei waren, dür­fen Chris­t­ian Gru­ber und Peter Mak­lar schon zu den Stam­mgästen der Erftkreis-Zyklus-Konzertreihe gezählt wer­den. Für die Lieb­haber des kun­stvollen wie fin­ger­fer­ti­gen Sait­en­spiels war es auch dies­mal wieder eine wahre Freude, den bay­erischen Gitar­ren­vir­tu­osen zuzuhören, die in Fachkreisen vor allem für ihr per­fek­tes Zusam­men­spiel in den höch­sten Tönen gelobt wer­den. Natür­lich war der Rit­ter­saal der Burg Gleuel rest­los ausverkauft, denn es hat sich längst herumge­sprochen, dass das his­torische Gemäuer ein wun­der­bares Ambi­ente für kam­mer­musikalis­che Konz­erte in intimer Atmo­sphäre bietet – vor allem dann, wenn dort ein so renom­miertes Duo wie Gru­ber und Mak­lar auf­spielt. Schon seit fast 30 Jahren machen die bei­den Klassik-Gitarristen gemein­same Sache.

Zum Auf­takt servierten sie einen Klas­siker aus ihrem breit gefächerten Reper­toire, näm­lich die berühmte Ouvertüre aus der Rossini-Oper „Der Bar­bier von Sevilla“. Als wahre Meis­ter der Laut­malerei kamen die Kün­stler bei ihrer Inter­pre­ta­tion des Albeniz-Stückes „Cor­doba“ daher. Der musikalis­che Abendspazier­gang durch die andalu­sis­che Stadt wirkt in der von Gru­ber und Mak­lar selbst erar­beit­eten Gitar­ren­fas­sung min­destens ebenso betörend wie in der Orig­i­nalkom­po­si­tion für Klavier.

Gekonnt für sich sel­ber zurecht­geschnei­dert haben die Sait­en­spieler auch einige der über 500 ein­sätzi­gen Cembalo-Sonaten von Domenico Scar­latti. „Es ist eigentlich ganz ein­fach, man muss nur die Hände auf zwei Gitar­ren verteilen“, scherzte Chris­t­ian Gru­ber, um anschließend mit seinem Mit­spieler in teil­weise ras­an­tem Tempo traumhaft sicher durch die ver­schachtel­ten barocken Fugen zu eilen.

Aber auch auf dem Feld der zeit­genös­sis­chen Gitar­ren­musik fühlt sich das Duo wohl. Ein­drucksvoll zu hören war dies vor allem in der dreisätzi­gen Kom­po­si­tion „Phares“ nach einer Nov­elle von Jules Verne. Der ital­ienis­che Kom­pon­ist Paolo Devec­chi hat das Stück über den Wider­streit von Gut und Böse vor eini­gen Jahren eigens für Gru­ber und Mak­lar geschrieben. Ein weit­eres Glan­zlicht set­zten sie mit dem rhyth­misch und har­monisch sehr kom­plexen „Byzan­ti­nis­chen Thema mit Vari­a­tio­nen“ von Dusan Bog­danovic (geboren 1955). Die Kom­po­si­tion ver­schmilzt Ele­mente der Balkan-Folklore mit ara­bis­chen Klän­gen und lässt Raum für freie Improvisation.

Stücke von Heitor Villa-Lobos und Astor Piaz­zolla run­de­ten die Zeitreise vom Barock bis zur Gegen­wart gediegen ab.

 

con­certino 1/2014
Aus „Bewährtes weit­er­führen und schätzen…“ von Dieter Krei­dler
Duo-Konzert mit Gruber&Maklar
Der Son­ntagabend war aus­gewiesen als Duo-Konzert. Wegen des lei­der krankheits­be­d­ingten Aus­falls des Melis-Duos kon­nte kurzfristig das Duo Gruber&Maklar verpflichtet wer­den (eine organ­isatorische Meis­ter­leis­tung bei den engen Tourneeplanungen).

Diese bei­den über­aus sym­pa­this­chen Musiker hat­ten in bewährter Klang– und Zusam­men­spielkul­tur schnell die Ohren und Herzen des Pub­likums erre­icht und ver­sprühten aus dem „Vollen musizierend“ fein­ste sinnliche Magie.

Da kam Herr Giu­liani noch mal ganz anders daher. Zum Beispiel in seinem unbe­strit­ten genialen Arrange­ment zu Rossini´s Ouvertüre „Bar­bier von Sevilla“. Edel struk­turi­ert fol­gten die zwei Scar­latti Sonaten und dann der mutige Aus­flug in die Tiefen Mozart´scher Gefühlswel­ten im „Lacry­mosa“ aus dem Requiem KV 626. Hier muss ich ein­schränk­end sagen: Es ist „fast“ egal, was die Bei­den spie­len; denn sie spie­len so hin­reißend schön, aber die klan­gliche Dimen­sio­nen der orig­i­nalen Instru­men­ta­tion dieses Meis­ter­w­erks der Tonkunst stößt dann doch mit 2 Gitar­ren meines Eracht­ens an ästhetis­che Gren­zen. Nun gut – es war sicher ein Exper­i­ment und fein gespielt haben sie es allemal.

Richtig fet­zig wurde es dann bei Dusan Bog­danovics „Sonata Fan­ta­sia“. Eine schier unglaubliche Leis­tung haben die bei­den da voll­bracht, denn das kom­pos­i­torisch über­aus kom­plexe Werk strotzt nur so von tech­nis­chen und rhyth­mis­chen „Gemein­heiten“ – sie wur­den großar­tig gemeis­tert. Hinzu kommt, das im Plaud­er­ton der Mod­er­a­tion her­auskam, dass sie das Stück eigentlich nicht mehr im aktuellen Reper­toire führen, es aber für die „ligita“ ein­fach mal wieder kurzfristig aus– und angepackt haben. – Sensationell!

 

 

Ober­bay­erisches Volks­blatt, 13.11.12
Die hohe Kunst des Gitar­respiels
Konz­ert von Gru­ber und Mak­lar bei “Sait­en­sprünge“

Von Julia Binder

Zwei Gitar­ren, zwei geniale Musiker, ein bril­lantes Konz­ert — das Duo Gru­ber und Mak­lar begeis­terte beim Inter­na­tionalen Gitar­ren­fes­ti­val “Sait­en­sprünge” im Bad Aib­linger Kursaal.

Chris­t­ian Gru­ber und Peter Mak­lar blicken auf mehr als zwanzig Jahre erfol­gre­iche Tourneetätigkeit zurück, doch sie sind ihres Daseins als Duo noch immer nicht über­drüs­sig, im Gegen­teil. Die bei­den präsen­tierten im Kurhaus in Bad Aib­ling die hohe Kunst des klas­sis­chen Gitarrenspiels.

Es ist faszinierend, mit welch tech­nis­cher Per­fek­tion Chris­t­ian Gru­ber und Peter Mak­lar ihre Gitar­ren beherrschen. Doch noch viel beein­druck­ender an diesem Duo ist, dass all die Tech­nik ver­schwindet hin­ter gefüh­lvoller, anrühren­der Musik. Die bei­den Gitar­ris­ten ver­lei­hen jedem ihrer Töne Aus­druck, sie inter­pretieren ihre Stücke stil­sicher und voll tief­ster Hingabe, leben die Musik. Genial, wie zart sie die Saiten ihrer Instru­mente zupfen: Bei den leisen, weicheren Pas­sagen der Stücke hört man fast keinen Anschlag mehr, son­dern nur noch gefüh­lvolle Klänge. Doch laut und tem­pera­mentvoll kön­nen sie ebenso wie jede Nuance zwis­chen den Extremen.

Kurze Blick­kon­takte genü­gen für eine per­fekte Abstim­mung, anson­sten scheinen sie den Rhyth­mus ihres Part­ners bere­its zu spüren. Ihr Zusam­men­spiel ist har­monisch und von tiefem Ver­ständ­nis für die Musik geprägt. Die bei­den Gitar­ris­ten bewe­gen sich sicher durch mehrere Epochen. Barocke Sonaten von Domenico Scar­latti spie­len sie ebenso authen­tisch wie das Präludium g-Moll BWV 867 von Johann Sebas­t­ian Bach, klas­sis­che Lieder des brasil­ian­is­chen Kom­pon­is­ten Heitor Villa-Lobos oder zeit­genös­sis­che Musik von Paolo Devecchi.

Die Musiker nehmen das Pub­likum mit auf einen nächtlichen Spazier­gang durch die andalu­sis­che Stadt “Cor­doba” beim gle­ich­nami­gen Stück von Isaac Albéniz und sie lassen die Zuschauer teil­haben an einer wah­n­witzi­gen Hex­e­naus­trei­bung bei mehreren Sätzen aus Manuel de Fal­las “El Amor Brujo”.

Dass zwei Instru­mente ohne Prob­leme die musikalis­che Vielfalt eines gesamten Orch­esters abdecken kön­nen, beweisen Mak­lar und Gru­ber mit der Ouvertüre zu Rossi­nis Oper “Der Bar­bier von Sevilla”, arrang­iert von Mauro Giuliani.

Gru­bers char­mante Ansagen zu den Stücken run­de­ten das Pro­gramm stim­mungsvoll ab. “Ein­fach fan­tastisch” war der Abend mit Peter Mak­lar und Chris­t­ian Gru­ber im Kurhaus in Bad Aib­ling — da waren sich die Zuschauer einig.

 

 

Die Rheinpfalz, 05.03.2012
Ein Sait­en­vergnü­gen

Das Gitar­ren­duo Chris­t­ian Gru­ber und Peter Mak­lar in der Villa Ludwigshöhe

Einst waren Chris­t­ian Gru­ber und Peter Mak­lar Stipen­di­aten der Villa Musica – nun kehrten die bei­den Gitar­ris­ten als Meis­ter ihres Fachs zurück und bescherten dem Pub­likum auf Schloss Villa Lud­wigshöhe ein konz­er­tantes Sait­en­vergnü­gen höch­ster Güte zum Auf­takt für das Jubiläum­s­jahr der Konz­ertreihe „Musik in Bur­gen und Schlössern“.

Sel­ten ist klas­sis­che Gitar­ren­musik in so klangvoller Rein­heit, tech­nis­cher Reife, inter­pre­ta­torischer Aus­ge­wogen­heit und ungekün­stel­ter Klarheit zu hören. Dabei gab es viele Höhep­unkte in einem klug konzip­ierten Pro­gramm, das den Bogen von orig­i­naler Gitar­ren­lit­er­atur bis zu eige­nen Arrange­ments span­nte und Mauro Giu­liani als galanten und for­mvol­len­de­ten Ver­mit­tler zwis­chen Urform und Bear­beitung ein­set­zte. Wie unglaublich lebendig, facetten­re­ich und wohl aus­tari­ert sich die Klangfülle eines Sin­fonieorch­esters auch in zwölf Gitar­ren­saiten ver­weben und ver­net­zen kann, zeigte sich in der sinnlichen, gle­ich­wohl spritzi­gen Wieder­gabe seiner Transprik­tion von Rossi­nis „Barbier“-Ouvertüre und später – nun mit ver­hal­te­nen, zurückgenomme­nen, die „Milde“ des römis­chen Herrsch­ers unter­stre­ichende Eigen­schaft – in Mozarts „Titus“. Diesen effek­tvollen Opern­bear­beitun­gen Giu­lia­nis stell­ten Gru­ber und Mak­lar drei roman­tis­che Stim­mungs­bilder aus Cas­par Joseph Mertzs „Neun Stücken für zwei Gitar­ren“ gegenüber, die in ihrer inni­gen Form­sprache und bewegten Aus­gestal­tung mit ruhigem Duk­tus vom „Kum­mer am Grabe der Geliebten“ und einem klöster­lichen „Ves­per­gang“ erzählten, aber auch die drän­gen­den, wal­len­den „Unruhe-Zustände eines bewegten See­len­lebens“ offen­baren. Dass Gru­ber und Mak­lar ihre Instru­mente nicht nur vir­tuos beherrschen und sie in den Dienst einer erlese­nen Klangkul­tur stellen, son­dern auch viel Sinn für Melodieen­twick­lung und Merkgestal­tung haben, bewiesen sie auch bei ihren eige­nen Arrange­ments.
Leicht und fließend, tief aus­lo­tend, doch ohne Effek­thascherei geri­eten ihre Inter­pre­ta­tion zweier Prälu­dien aus Bachs „Wohltem­periertem Klavier“ zur wahren Offen­barung und die Wieder­gabe von vier Cembalo-Sonaten Domenico Scar­lat­tis zu einer traumwan­d­lerisch ele­gan­ten, zugle­ich der spanis­chen Folk­lore anver­wandten Fest­musik. Selb­stre­dend wur­den bei diesem Konz­ert, das für den Rund­funk mit­geschnit­ten wurde, auch spanis­che Kom­po­si­tio­nen bedi­ent: Mit zwei span­nungs­ge­lade­nen Prälu­dien aus Castelnuovo-Tedescos „Wohltem­perierten Gitar­ren“ und die Fal­las „El amor de brujo“ – einer über­aus tem­pera­ment– und wirkungsvollen Geschichte um eine „Zige­unerin“, die in wortwörtlich feurigem Tanz den unheim­lichen Geist ihres ver­stor­be­nen Mannes aus­treiben will. Chris­t­ian Gru­ber und Peter Mak­lar haben diese berühmte „Gitane­ria“ zu einer vier­sätzi­gen „Suite“ ver­ar­beitet, die sich in steigern­der Dynamik und irrlichtern­der Erregth­eit aus düsterer Atmo­sphäre („danza del ter­ror“) zum befreien­den „Feuer­tanz“ kat­a­pul­tiert und den Gitar­ris­ten auf ihren Instru­menten raf­finierte rhyth­mis­che und klangsym­bi­o­tis­che Gestal­tungs­freiräume schenkt.

Dass die bei­den Musiker, die mit Werken Ger­hwins und Heitor Villa-Lobos auch poet­is­chere und melan­cholis­chere Töne anzus­tim­men wussten, nach einem solch furiosen Konz­er­tausklang mit Zugabe­wün­schen bedrängt wur­den, ver­steht sich. Dass sie dabei einen bekan­nten Tango von Albéniz und den „Müller­tanz“ von De Falla so frisch und unver­braucht inter­pretierten als höre man die Tänze neu, unter­strich ein­mal mehr ihren Anspruch und ihre Klasse. (ttg)

 

 

Pfälzis­cher Merkur, 15.10.2011

.…“Sie sind das Maß der Dinge, die bei­den Gitar­ren­spieler Gru­ber und Mak­lar. Wie schon bei ihren Auftrit­ten zuvor, begeis­terten sie gestern Abend das Zweibrücker Pub­likum mit “Talk­ing Trees”, das der Münch­ener Kom­pon­ist Enjott Schnei­der schuf (…)
Die große Stärke der bei­den Kün­stler ist ihre lyrische Inter­pre­ta­tion­sweise und das zele­bri­erten sie auch bei ihrem Besuch in der Rosen­stadt. Ganz und gar ungekün­stelt, wie aus dem Moment geboren, dabei abges­timmt bis in die let­zten Fein­heiten des Klangs und der Agogik. Hochäs­thetisch, den­noch nie in Schön­heit erstar­rend, so verza­uberten sie das Pub­likum, in dem sich auch viele junge Zuhörer wohlfühlten. Tem­pera­mentvoll und gepf­ef­fert, wo nötig, aber keine Sekunde dem bloßen Geschwindigkeit­srausch auf den zwölf Seiten ihrer Instru­mente ergeben, das macht die bei­den Kün­stler zu dem, was sie in der Fach­welt längst sind — Kön­ner ihres Fachs. Von vir­tu­oser Har­monie ist bei ihnen die Rede, diesen Beweis ver­mochten sie auch gestern Abend anzutreten.….”

 

Rhein-Neckar-Zeitung, 19.7.11

“.…Gru­ber & Mak­lar spie­len als Duo förm­lich in einer eige­nen Liga; sel­ten hört man ein so geschlossenes, bis in kle­in­ste rhyth­mis­che Details per­fekt aufeinan­der abges­timmtes Team. Dazu ein Ton von unglaublicher Kraft, wun­der­barer Wärme und feinem Vibrato bei bei­den. Da scheint es niemals Uneinigkeit im gemein­samen Empfinden der Musik zu geben, denn sie kön­nen mit traumwan­d­lerischer Selb­stver­ständlichkeit jene atem­ber­aubende musikalis­che Frei­heit genießen, die ihr Spiel zu etwas ganz Beson­derem macht…”