Talking Trees

Musikalis­che Por­traits über den Keltischen Baumkalen­der von Enjott Schneider

Bere­its seit dem Jahr 1987 beschäftigt sich der mehrfach preis­gekrönte Münch­ner Kom­pon­ist Enjott Schnei­der mit dem Keltischen Baumkalen­der. Dem Wun­der­w­erk Baum, speziell den 21 im keltischen Baumkreis-Horoskop erfassten Bäu­men, erweist er darin seine musikalis­che Ref­erenz. Schnei­der zählt zu den bedeu­tend­sten deutschen Kom­pon­is­ten für Film­musik (Rama Dama, Stal­in­grad, Schlafes Bruder). Sein kom­pos­i­torisches Schaf­fen umfasst mit Werken für Orch­ester, Orgel, kam­mer­musikalis­che Beset­zun­gen sowie Vokal – und Büh­nen­werken ein bre­ites Spektrum.

Enjott Schnei­ders kün­st­lerische Vision zielt auf das uni­ver­sale Erfassen von Welt und Men­schen. Die ide­ale Ein­heit von Kunst und Wis­senschaft reflek­tiert er auch in der besee­len­den Kom­po­si­tion der Talk­ing Trees. Am 8. Mai 2009 wur­den die Baum­bilder in Anwe­sen­heit des Kom­pon­is­ten von dem Gitar­ren­duo GRu­BER & MAK­lAR, dem Blöckflöten-Virtuosen Ste­fan Tem­mingh sowie dem Con­sor­tium Arboris in der Säu­len­halle in lands­berg mit enormem Pub­likum­ser­folg uraufge­führt. Die von Alex Dorow rez­i­tierten Baumgedichte sowie die bild­ner­ische umrah­mung mit orig­i­nalen Baum­bildern der Münch­ner Kün­st­lerin Gotlind Tim­mer­manns tru­gen zu einem synäs­thetis­chen Gesamtkunst­werk bei.

Als genialer Schachzug erweist sich die dafür gewählte Instru­men­tierung. Allem voran ist es die Wieder­bele­bung der sel­ten zu hören­den Quint­bass­gi­tar­ren, die zu der engen Zusam­me­nar­beit mit dem Gitar­ren­duo Chris­t­ian Gru­ber und Peter Mak­lar führte. Die rund und tief tönende Klang­magie dieser Gitarren-Exoten – gebaut wur­den die Instru­mente in den Jahren 1922 und 1924 von dem bay­erischen Gitar­ren­bauer Her­mann Hauser I – bringt im inti­men Zusam­men­spiel die Naturkulisse ein­prägsam näher. Tief ein­tauchen in die erdig-archaische Grund­schwingung der med­i­ta­tiven Kom­po­si­tion lassen den Hörer auch die für Stre­ichquin­tett und Bass­block­flöte geschriebe­nen Pas­sagen über Kiefer, Ahorn und die Olive. So lädt diese außergewöhn­liche Kom­po­si­tion in einem feinen syn­er­getis­chen Zusam­men­spiel der Kün­stler in Ton, Wort/lyrik und Bild dazu ein, die musikalis­che Essenz und die Kraft der Baumge­heimnisse zu erspüren.